100 Jahre
Kleintierzuchtverein 1908 e.V.C223 Ilvesheim
Es ist ein guter, alter
Brauch Geburtstag zu feiern - und - 100 Jahre wird man nicht alle
Tage.
Im Jahre 2008 wird der
Kleintierzuchtverein Ilvesheim 100 Jahre alt.
Für den Verein und die
Mitglieder ist dies ein Ereignis höchsten Ranges. Wir sind stolz
darauf und freuen uns sehr, gemeinsam mit unseren Familien,
Freunden, Vereinen und Institutionen und allen Bürgern diesen
Anlass gebührend feiern zu dürfen.
Zurückblickend wollen wir die
Leistung unserer Vorgänger anerkennen, würdigen und ins rechte
Licht rücken.
So dürfen wir heute freudig
auf eine 100 jährige, recht bewegte Vergangenheit
zurückblicken.
Höhen und Tiefen erlebte
unser Verein in diesen Jahren. Kriegs- und Krisenzeiten waren zu
bewältigen und manches Mal lastete das Vorstandsamt schwer auf den
Schultern seines Trägers. Manch einem Vorsitzenden wurde diese Last
auch zu schwer. Aber immer wieder fanden sich engagierte
Kleintierzüchter zu einem Neuanfang zusammen und zogen auch die
Zögerlichen und Skeptiker mit.
Da die Menschheit sich in
ihren Verhaltensweisen nicht wesentlich verändert hat, steht und
fällt das Ansehen einer jeden Organisation immer mit der Arbeit
ihrer Repräsentanten, der Vorstandschaft. Gute Leute zu finden und
an die Spitze zu stellen, war stets schwer und wird immer
schwieriger. Die Bereitschaft im Ehrenamt mit zu wirken hat
deutlich abgenommen. Trotzdem finden sich immer wieder Idealisten,
die bereit sind ein solches Amt zu übernehmen.
Diese Chronik erhebt nicht
den Anspruch auf Vollständigkeit.
Schon bei der
Zusammenstellung der Unterlagen wurde dieses Problem sichtbar.
Vieles ist verloren gegangen. Einiges wird vielleicht auch noch
wieder Auftauchen und die eine oder andere hier gemachte Aussage in
Frage stellen. Das sollte für uns, aber auch für unsere Nachfolger,
Anlass sein die Unterlagen über die Vereinsarbeit ordentlich zu
führen und sorgfältig aufzubewahren. So kann Vereinsgeschehen auch
noch nach vielen Jahren korrekt belegt werden. Mündliche
Überlieferungen unterliegen immer der Interpretation des Erzählers
und sind zwar meist recht schön anzuhören, entsprechen aber oft
schon nach wenigen Jahren nicht mehr der Wirklichkeit. Die jetzt im
Gemeindearchiv aufgefundenen Unterlagen lassen auch an einigen
Feststellungen der Festschrift von 1958 berechtigte Zweifel
aufkommen.
In der neuen Festschrift zum
100jährigen wollen wir deshalb nur belegbare Vorgänge
dokumentieren.
Im Jahre 1908 gründen
vierzehn, in der Kleintierzucht engagierte, Ilvesheimer Kaninchen-,
Geflügel- und Taubenzüchter den Kaninchen – und
Geflügelverein. Georg Althaus, Karl Althaus, Georg Gattung,
Ferdinand Gattung, Leonhard Grimm, Josef Hack, Hermann Heidemann,
August Hennesthal, Fritz Lohnert, Jakob Lohnert, Ludwig Merz, Georg
Schreck, Adam Stein, und Jakob Zeh wollen zukünftig gemeinsam die
Kleintierzucht im Verein betreiben. So ist es in der Festschrift
von 1958 vermerkt. In der Gründungsversammlung im Gasthaus „Zum
Kreuz“, bestellen sie Hermann Heidemann zum 1. Vorsitzenden
des neuen Vereins.
Noch im Gründungsjahr wird
die erste erfolgreiche und werbewirksame Geflügel- und
Kaninchenausstellung durchgeführt. ( Festschrift von
1958)
Im
Laufe der Folgejahre treten weitere Kleintierfreunde dem Verein
bei.
Hermann Heidemann
Hermann Heidemann ist nachweisbar mindestens
bis 1914 Vorsitzender des Vereins. Seine Amtsnachfolger sind (nach
dem Protokoll vom 10.05.1958) Josef Link, Karl Althaus I und Georg
Schmelcher, in der genannten Reihenfolge. Das lässt sich so aber
nicht nachvollziehen
Denn an das Badische
Ministerium des Innern wird im April 1920 vom 1.Vorsitzenden
des Ladenburger Vereins Hermann Munz im Namen der Vereine
Ladenburg, Ilvesheim, Seckenheim, Neckarhausen, Edingen und
Wallstadt, der Antrag auf Überlassung von Acker- und Wiesengelände
der Gemeinden, nicht nur für die Bauern, sondern auch zum
Futteranbau für die Kleintierzüchter gestellt. Anweisung seitens
der Behörde ergeht auch an das hiesige Bürgermeisteramt Ilvesheim.
Die Ablehnung erfolgt durch Bgm Kleinhans an den 1. Vorsitzenden
Josef Hack. Begründung: Üblicherweise wird das verfügbare
Wiesengelände öffentlich versteigert.

Futterwiese an
der Neckarschleife
Nach dem Ausbruch des 1.
Weltkriegs kann sich das Vereinsleben nur spärlich entwickeln und
kommt im Laufe des Krieges zwangsläufig fast zum
Erliegen.
Nach Ende des Krieges tut
sich zunächst auch nicht viel, da leider viele Mitglieder nicht aus
dem Krieg zurück kehren.
Erst im Jahre 1929 bringen
einige Unentwegte gemeinsam mit Neumitgliedern wieder Leben in den
Verein. Es wird mit Datum 03. November 1929 eine Satzung erstellt
und beim Registergericht in Mannheim zur Eintragung angemeldet. Die
Unterzeichner sind Josef Hack, Alwin Löber, Karl Althaus, Peter
Böhler, Karl Hennesthal, Albert Back und Jean
Feuerstein.
Unter Führung von Josef Hack,
als Vorsitzenden, geht es nun wieder aufwärts im Verein und schon
am 15. Dezember 1929 wird im Gasthaus „Zur Rose“ eine Kaninchen-
und Geflügelausstellung durchgeführt. Seitens der Gemeinde wird
hierzu ein Zuschuss von 20,00 RM bewilligt.
Es wird von nun an jährlich
eine Jungtier- und eine Lokalschau beider Sparten
durchgeführt.
Ab Anfang der 30er Jahre
erhalten die Kleintierzüchter über Bezugsscheine, zur Förderung der
autonomen Nahrungsversorgung des Volkes, preiswertes Futter über
die „Reichsnährstelle“ zugeteilt. Die Verteilung von Weizen und
Mais erfolgt über die Futtermittelhändler und „Großbetriebe“ Georg
Schmelcher (1324 Hühner) und August Stein (2240 Hühner), sowie die
Raiffeisen Genossenschaft. Die Kleintierzüchter erhalten Futter für
insgesamt 80 Hühner zugeteilt.
Ob man 1933 das 25-jährige
Bestehen des Vereins auch entsprechend feiert, ist leider nicht
ersichtlich. Vorsitzender ist nun Karl Althaus. Ein neuer
Antrag von Althaus auf Zuteilung von Wiesengelände zur Heugewinnung
wird von der Gemeinde wieder abgelehnt.
Als im Jahre 1934 Georg
Schmelcher die Vereinsführung übernimmt, kann durch seine
Initiative eine Zuchtanlage erstellt werden. Von der Gemeinde
Ilvesheim wird dem Verein Gelände im Gewann „in den Kappesgärten“
in Erbpacht zur Verfügung gestellt. Von dieser Möglichkeit wird
rege Gebrauch gemacht und der Verein bekommt viele neue Mitglieder.
Die Kreisverwaltung Mannheim unterstützt die Erschließung mit einem
Zuschuss von 200 RM, den Restbetrag von 99 RM übernimmt auf Antrag
die Gemeinde Ilvesheim.
Schon am 08. Juli 1934 erfolgt
die offizielle Einweihung des neuen
Zuchtplatzes.
Auch erhält der Verein
zusätzlich zu seinem Logo ein neues Vereinssiegel.
Kleintierzuchtverein Ilvesheim, R.D.KL. (Reichsfachgruppe Deutscher
Kleintierzüchter) Ausstellungs- Geflügelzüchter.
Im Gemeindearchiv ist 1937
unter A 648 der Verein als „Kaninchen- und
Geflügelgesellschaft“ im „Reichsverband der
Kleintierzüchter“, mit 70 Mitgliedern aufgeführt.
Als Vereinsvorstand wird hier
Georg Schmelcher genannt.
Der Angelsportverein hat zu
dieser Zeit vergleichsweise nur 15 Mitglieder!
Auf größeren Schauen und auch
auf der „Nationalen“ wird der Verein in den 30er Jahren durch die
Zuchtfreunde Fritz Hennesthal, Jakob Heim, Friedrich Höfer und
Georg Schmelcher sehr erfolgreich vertreten.
Am 30. und 31. Juli 1938 wird
zwei Tage lang das Stiftungsfest gefeiert und am 19. und 20.
November eine Jubiläumsschau für Kaninchen und Geflügel
abgehalten.
Dem Ausbruch des 2.
Weltkrieges mit seinen traurigen Ereignissen und der folgenden
mageren Nachkriegszeit muss auch der Kleintierzuchtverein reichlich
Tribut zollen. Viele unserer Freunde lassen im Krieg ihr Leben,
andere sind verschollen und kehren nicht zurück. Die
Daheimgebliebenen und die Familien haben große Probleme das nötige
Futter für die Tiere bei zu bringen. Zudem ist es viel wichtiger
frische Eier oder Fleisch für die Familie zu erzeugen. So stagniert
ab 1939 das Vereinsleben und damit auch die Zucht immer
mehr.
Im Februar 1940 werden in
Anbetracht der „wehrwirtschaftlich“ wichtigen Aufgaben der
Kleintierzucht überall Kleintier-Werbeschauen abgehalten und zur
Unterstützung derselben nach Kräften aufgerufen. Im August 1940
erhalten die Bürgermeister zur verbindlichen Weitergabe an die
Vereinsführer eine Broschüre: „Kleintierzucht als Stütze der
Volksernährung“.
Im Kleintierzuchtverein wird
sehr darauf geachtet auf jeden Fall die vorhandenen Bestände zu
erhalten und auch zu verbessern. Im Februar 1941 wird ein neuer
Zuchtrammler helle Riesensilber eingestellt, der von der Gemeinde
finanziert wird.
Die jährlichen Ausstellungen
werden bis Ende 1943 regelmäßig durchgeführt. Die Mitgliederzahl
steigt in den Jahren des 2. Weltkriegs trotz aller Widrigkeiten
kontinuierlich weiter an. Anlass hierzu in erster Linie die
staatliche Förderung der Erzeugung von Eiern, Geflügel- und
Kaninchenfleisch für die Volkswirtschaft. Aber sicher ist die
gezielte Förderung der Rassezucht durch das herrschende Regime auch
nicht ganz unbedeutend.
Es gibt bei den Kaninchen 26
offiziell anerkannte Rassen.
Bei den Tauben sind
Brieftauben „die Rasse“. Viele neue Brieftaubenzuchtvereine
entstehen ab Mitte der 30er, so auch in Ilvesheim.
Welche Hühnerrassen damals
anerkannt sind ist uns leider nicht bekannt.
Nach Kriegsende hat zunächst
ein Jeder mit der Beseitigung der Kriegsfolgen und der
Futterbeschaffung für seine Tiere zu tun. So ist die vereinsmäßige
Kleintierzucht sozusagen zu einem Dornröschenschlaf verurteilt.
Aber schon Ende 1946 finden sich einige Züchterfreunde zusammen um
den Verein wieder mit Leben zu füllen. In einer Vorstandssitzung am
03. Januar 1947 wird die Tagesordnung für die
Jahreshauptversammlung am 19. Januar 1947
erstellt.
In dieser JHV wird der noch
komplett bestehende Vorstand ohne Änderung im Amt
bestätigt.
Mit viel Ehrgeiz, großem
Einsatz bei der Mitgliederwerbung und Dank der großzügigen
Unterstützung einiger Förderer kann von Karl Hennesthal und Fritz
Link dann in kurzer Zeit wieder ein Verein mit einem recht aktiven
Vereinsleben und guter Öffentlichkeitsarbeit auf die Beine gestellt
werden.
Regelmäßig werden seit dem
Jahre 1947 wieder Jungtier- und Lokalschauen mit Bewertung,
Osterfeier, Mai- und Kostümball mit Erfolg durchgeführt.
Im Januar 1948 wird vom
Kleintierzuchtverein Ilvesheim die Kreisverbandsschau ausgerichtet
und im Dezember 1948 eine Jubiläumsschau mit 304 Tieren. 1948
werden 392 Kaninchen tätowiert. Sehr aktive Rassegeflügel- und
Rassekaninchenzüchter beteiligen sich auch an regionalen und
überregionalen Schauen mit besten Erfolgen und sorgen so ebenfalls
für Bekanntheit und Ansehen des Vereins weit über Ilvesheims
Grenzen hinaus.
Nach der Währungsreform
ändert sich viel und ab etwa 1950 geht es dann wieder steil
bergauf. Am 01.03.1950 ist die Höchstzahl von 122 Mitgliedern
erreicht. Ilvesheimer Kaninchen- und Geflügelzüchter sind mit ihren
Tieren auf Kreis-, Landes- und Bundesschauen sehr erfolgreich
vertreten.
1951 erhält Friedrich Höfer
für besondere Verdienste um die Geflügelzucht die goldene
Ehrennadel des LV Badischer Rassegeflügelzüchter. Weitere
erfolgreiche Geflügelzüchter waren in den 50er Jahren Alois und
Hans Althaus, Kurt Arnold, Fritz Feuerstein, Peter Haas sen. und
Gustav Heierling.
Die Sparte Tauben wurde von
Helmut Münster erfolgreich vorgestellt und Georg Bauer, Peter
Böhler, Karl Hennesthal und Adam Stein waren mit ihren Kaninchen
regional und national recht erfolgreich für unseren
Verein.
Nach anfänglichen
Schwierigkeiten bei Erteilung der Baugenehmigung kann unter der
Führung von Karl Schmelcher im August 1955 auf einer
Parzelle der Bau eines Vereinsheimes in Massivbauweise in Angriff
genommen werden. Mit Hilfe aller Vereinsmitglieder und Dank der
Unterstützung einiger Mäzene kann das Vorhaben Ende 1961
abgeschlossen.
Ab 1962 spielt sich hier nun
auch ein großer Teil des Vereinslebens ab.

Im
Vordergrund einer der unermüdlichen Helfer Oskar Feuerstein, rechts
der 1. Vorsitzende Karl Schmelcher
Im Jahre 1958 wird am 26./27.
Juli das 50 jährige Bestehen des Vereins, von 95 Mitgliedern und
vielen Gästen, 2 Tage lang auf dem Festplatz in der Zuchtanlage mit
großem Programm gebührend gefeiert.


Von den vielen anstehenden
Ehrungen sind hervor zu heben vier Mitglieder mit 50jähriger
Vereinszugehörigkeit und die Ernennung von sechs Mitgliedern zum
Ehrenmitglied.

(v.l.n.r.)
Friedrich Höfer, Josef Hack, Jakob Lohnert, Jakob
Zeh
Die Lokalschau wird am 01.
und 02. November 1958 als Jubiläumsschau abgehalten.
Am letzten Wochenende im
Oktober 1960 wird vom KTZV unter der Leitung von Karl Schmelcher,
in der neu erbauten Mehrzweckhalle, mit großem Erfolg, erstmalig
in der Inselgemeinde, die Kreisschau der Rassegeflügelzüchter
des Kreisverbandes Mannheim durchgeführt.
170 Aussteller aus 28
Vereinen stellen 980 Tiere vor, Groß- und Wassergeflügel, Hühner
und Tauben. Dazu nochmals 41 Hühner und Tauben in der
Jugendabteilung.
Leider muss dies die einzige
Veranstaltung dieser Art in Ilvesheim bleiben, da durch die
Verordnung von Auflagen und Durchführungsbestimmungen zukünftige
Schauen in der Mehrzweckhalle nicht mehr durchführbar
sind.
Wegen unüberbrückbarer
Differenzen ergibt sich 1959 - 1961, offensichtlich mit verursacht
aus den sehr unterschiedlichen Bewertungssystemen und
Preiszuteilungen bei Geflügel und Kaninchen, aber auch aus
persönlichen Problemen, mangelndem Demokratieverständnis und
fehlender Toleranz, eine Abtrennung eines Teil’s der
Kaninchenzüchter, die zur Bildung des Kaninchenzuchtverein von 1961
führt. In den nächsten Jahren verlassen noch weitere
Kaninchenzüchter unseren Verein und treten dem neuen Verein
bei.
Auf Grund dieser Situation
kommt es in der Folgezeit leider mehrfach auch zu negativen
Zwischenfällen. In der JHV von 1966 wird der neue Verein aber
erstmals positiv bewertet und zum Züchterabend unseres Vereins wird
nun sogar die Vorstandschaft des Kaninchenzuchtverein von 1961
eingeladen. Fortan pflegt man ein gut nachbarschaftliches
Verhältnis.
1967 erfolgt unter der
Führung von Karl Hennesthal und Günter Feuerstein, unter VR 780,
die Eintragung in das Vereinsregister, als KTZV 08 e. V.
Ilvesheim, was schon seit Mitte der 50er Jahre immer wieder im
Gespräch angestrebt war.
Schon seit 1962 ist bekannt,
dass die Zuchtanlage in absehbarer Zeit geräumt werden muss. Mit
der Zuteilung des neuen Geländes und der endgültigen Kündigung der
alten Zuchtanlage zu Martini 1968 wird es dann aber Ernst. Bis
11.11.1969 muss das alte Gelände geräumt sein.
Nach der Aufteilung des neuen
Platzes und der Auslosung der 14 Parzellen, leider können nicht
alle Anwärter einen Platz erhalten, wird ab 1969/1970 mit dem
Aufbau der neuen Zuchtanlage auf dem an der Kanzelbachstraße
zugeteilten Gelände des ehemaligen „Quetschenwald“ begonnen. Wegen
des drängenden Räumungstermins, müssen jetzt schnellstens die neuen
Zuchtplätze erstellt werden.
Es folgen nun einige Jahre mit
periodisch wechselndem Vorstand, da die jeweiligen Vorstände nicht
in der Lage sind die Mitglieder auf einen gemeinsamen Konsens zu
einigen. Leider stehen oft, auch bei sonst recht kompetenten
Vorstandsmitgliedern, die eigenen Interessen vor den
Vereinsinteressen.
So verzögert sich auch der Bau
eines neuen Vereinsheimes.
Trotz alledem wird in
verhältnismäßig kurzer Zeit eine schöne den Bedingungen angepasste
Zuchtanlage erstellt. Der vorübergehend reduzierte Zuchtbetrieb
läuft bald wieder normal.
Im November 1973 wird im
Rohbau des Vereinsheimes die Lokalschau durchgeführt.
Das neue Vereinsheim wird im
August 1974 endlich fertig und an Kirchweih
eröffnet.
Vorerst aber nur
vereinsintern, da der Kellerausbau noch nicht abgeschlossen ist.
Die Zuchtfreunde Moritz und Dell übernehmen gemeinsam die
Bewirtschaftung.
Ein Erbpachtvertrag mit der
Gemeinde kommt 1975 zustande.
Nach Fertigausbau der
Kellerräume wird das Vereinsheim in der Zeit von 1976 bis 1996, als
öffentliche Gaststätte vermietet und nacheinander an vier
verschiedene Pächter vergeben. Es gibt leider immer wieder
Unstimmigkeiten und Probleme bei Erteilung der Konzession. Für den
Verein kann leider nie ein zufrieden stellendes Ergebnis erreicht
werden und es gibt ständig Nacharbeiten.
Ab 1982 wird durch Peter
Beetz, einem neuen Vereinsmitglied als Vorsitzenden, die Tradition
des jährlichen Gockelfestes erfolgreich wieder eingeführt.
Zumindest finanziell geht es nun wieder deutlich aufwärts. In
punkto Zucht, Vereinsleben und Mitgliederpflege geschieht aber
leider gar nichts. Sodass der Mitgliederstand weiterhin stark
rückgängig ist.
Mit einem Festabend in der
Mehrzweckhalle Ilvesheim wird am 18. Juni 1983 das 75jährige
Bestehen des Vereins gebührend gefeiert.
Nachdem die alljährliche
Lokalschau nicht mehr im "Schiff" stattfinden kann, wird sie einige
Jahre lang im Saal des Gasthaus "Krone", anschließend in einem Zelt
auf dem Gelände der Zuchtanlage, von 1994 an in der „Insulana“
Halle und seit 2000 in der neuen Ausstellungshalle des KZV von 1961
durchgeführt.
1996/1997 setzt der
amtierende Vorsitzende fast das ganze, für den Bau einer
Ausstellungshalle angesparte beachtliche Vereinsvermögen für den
Umbau und die Renovierung des Vereinsheimes nach den Wünschen des
neuen Pächters ein. Mit einer Unterschriftenaktion wird der
Vorsitzende satzungsgemäß zur Amtsniederlegung oder zu einer
außerordentlichen Versammlung (Vertrauensfrage) aufgefordert. Da er
dieser Aufforderung nicht nachkommt, auch nicht einsichtig ist und
selbst vor massiver Bedrohung der Mitglieder nicht zurückschreckt,
bleibt leider nur die Möglichkeit sich mit gerichtlicher Hilfe von
ihm zu trennen.
Zum 1.Vorsitzenden wird nun
Helmut Müller gewählt, ein neues Mitglied ohne
„Altlasten“.
Wie zu erwarten ist der
Beginn nicht einfach, da immer noch verschiedene Angelegenheiten
gerichtlich zur Klärung anstehen. Da eine entsprechende
vertragliche Regelung nicht existiert, wird dem Verein vom Pächter
auch grundsätzlich der Zugang zu seinem eigenen Vereinsheim
verwehrt.
So sieht
die Vereinsführung sich gezwungen vorerst die „Krone“ als
Vereinslokal zu nutzen.
Die Hoffnung 2006 mit dem
Nachpächter endlich besser zu fahren, ist leider ebenfalls ein
Fehlgriff. Der Verein bleibt nach der gerichtlich erzwungenen
Beendigung des Pachtverhältnisses auf einer vierstelligen Forderung
sitzen.
Verursacht durch diese
leidigen Angelegenheiten verliert der Verein weitere Mitglieder. Er
kann aber auch einige wieder hinzugewinnen und bleibt so mit 32
Mitgliedern und 6 Jugendlichen trotzdem in etwa
konstant.
Züchterisch wurde der Verein
in den letzten Jahrzehnten von Gerlinde und Georg Sinn, Ludwig
Hildebrand, Slobodan Pancic und Theo Tappe national und
international sehr erfolgreich vertreten.
Mit der jetzigen Pächterin
des Vereinsheimes, Maria Papavasileou und ihrem Lebensgefährten
Janni hat der Verein nun einen rechten Glücksgriff getan. Endlich
gibt es ein attraktives Vereinsheim, das von den Gästen gern
angenommen wird und auch dem Verein bei Bedarf zur Verfügung
steht.
Auch die finanzielle
Situation des Vereins ist nun wieder übersichtlich und
kalkulierbar.
Im Jubiläumsjahr
werden von unseren 11 aktiven und 5 jugendlichen Mitgliedern 3
Hühnerrassen in 7 Farbschlägen, 10 Taubenrassen mit über 20
Farbschlägen, 3 Kaninchenrassen und 25 Ziergeflügelarten, insgesamt
cirka 350 Tiere, betreut!
Aus diesen Tieren werden
voraussichtlich in 2008 rund 600 Jungtiere
nachgezüchtet.
Einen Großteil
unserer Tiere wollen wir nun der Öffentlichkeit an unserm
„Kleintiertag“ im August vorstellen. Dazu werden auch weitere
Tierarten aus anderen Vereinen präsentiert.
Kleintierzucht, eine
interessante Freizeitbeschäftigung mit Tier und
Natur.
Um zu einer
Zukunft zu kommen,
müssen wir
einen klaren Blick bewahren,
über das, was
hinter uns liegt!
Aber auch
Perspektiven sehen!
Ständige
Veränderung bewirken!
Möglichkeiten
und Chancen nutzen,
wenn wir etwas
bewegen wollen!
Persönlichen
Egoismus aufgeben!
Auf andere
Menschen zugehen,
offen und
Neuem aufgeschlossen sein.
So wird auch
die Freude an unserem schönen Hobby nicht zu kurz
kommen.
Das ist unsere
Zukunft!
Theo Tappe
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