Kleintierzuchtverein 1908 e.V. C223 Ilvesheim
 
   

Wissenswertes

In dieser Rubrik kommen unsere Züchter und Hobbyautoren zu Wort. Diese Texte mit Fakten und Hintergründen aus unserem Verein und der Tierwelt werden mitunter auch in der regionalen Presse veröffentlicht.

 

 

Die gefährdete Nutztierrasse des Jahres 2010 - Meißner Widder

In jedem Jahr ruft die Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen e.V. (GEH) die Nutztierrasse des Jahres aus. Hauptsächlich waren dies in den Jahren seit 1984 Rinder-, Schaf- und Schweinerassen, die meist nur regional anzutreffen sind. Dieses Jahr ist erstmals eine Kaninchenrasse an der Reihe:

Die gefährdete Nutztierrasse des Jahres 2010 – Meißner Widder

 

 
Meißner Widder blau

 

Aus Meißen in Sachsen stammt nicht nur das weltweit bekannte Porzellan, auch die Meißner Widderkaninchen entstanden dort und wurden im Jahre1900 erstmals vorgestellt.

Die Zuchtidee für das Meißner Widderkaninchen entstammt dem Gedanken, ein Kaninchen mit Silberfell für die Pelzindustrie zu züchten. Der Meißner Widder wurde durch Kreuzungen von Englischen und Französischen Widdern mit Grausilberkaninchen von den Züchtern Reck und Neupold in Meißen herausgezüchtet. Sein typisches Rassemerkmal ist damit die Kombination des Widdertyps mit der Farbe der Silberkaninchen. Die lebhafte Rasse mit den langen hängenden Widderohren ist attraktiv, sehr genügsam, frohwüchsig und fruchtbar. Meißner Widder sind mittelgroß, weniger gedrungen und massiger als die Deutschen Widder. Als Farbschläge kommen schwarz, blau, havanna, gelb und graubraun vor. Die Deckfarbe ist am ganzen Körper gleichmäßig gesilbert mit reichlichem Glanz. Das Fell ist dicht mit guter, gleichmäßiger Begrannung und weist eine Haarlänge von etwa 3 cm auf. Der Kopf ist widderartig. Die Länge der Ohren bei ausgewachsenen Tieren beträgt 36 bis 42 cm. Das Gewicht der ausgewachsenen Tiere liegt zwischen 4,5 und 5,5 kg.
Dennoch erlangte sie nie mehr als eine bescheidene regionale Verbreitung. Mit weniger als 50 registrierten Tieren im Jahre 1976 war die Rasse dem Aussterben sehr nahe. Einige Kaninchenfreunde haben sich in den letzten Jahren wieder für die Meißner Widder begeistert, sodass derzeit ca. 160 Halterinnen und Halter dieser Rasse über das gesamte Bundesgebiet mit derzeit 500 Tieren anzutreffen sind.Seit vielen Jahren schon, steht diese Kaninchenrasse auf der „Roten Liste der gefährdeten Nutztierrassen“, die die Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen herausgibt. In diesem Zuge wurden die Meißner Widder für das Jahr 2010 zur „Gefährdeten Nutztierrasse des Jahres“ ernannt. Eine wichtige Aufgabe ist es heute, die Zucht entsprechend der Verwandtschaftsverhältnisse der Tiere untereinander zu organisieren und weitere Freunde der Rasse zu werben. Ein weiteres wichtiges Anliegen ist es, auf die ureigenen Bedürfnisse von Kaninchen in Stallhaltungen hinzuweisen. Besonders auch die Meißner Widder schätzen einen weiträumigen Auslauf mit verschieden hoch angebotenen Liegebereichen sehr und danken es mit bester Gesundheit und ihrem lebendigen Charakter.

 

 

Text: Steffen Haas, veröffentlicht im Mitteilungsblatt Ilvesheim im Februar 2010



 

 

Kragenfasanen, farbenprächtig und handzahm!

Mit zu den farbenprächtigsten und auch wohl bekanntesten Fasanenarten zählen der Gold- und der Diamantfasan, - auch Lady Amherstfasan genannt. In den Volieren vieler Tierfreunde finden wir prächtige Exemplare dieser einzigen beiden Arten von Kragenfasanen. So schön sie auch anzuschauen sind, ist es leider meistens mit der Artenreinheit nicht weit her. Aus Unkenntnis und teils auch aus Mangel an Hennen wurden in der Vergangenheit häufig Gold- oder Amherstfasanen Hennen jeweils mit Partnern der anderen Art zusammen gebracht. Dabei ergaben sich bei den Hähnen der Nachkommenschaft tolle Farbkombinationen. Diese führten dann zu Lasten der Artenreinheit zu immer weiteren Verkreuzungen. Selbst Kenner konnten die Hennen aus Kreuzungen nicht mehr eindeutig von artenreinen unterscheiden. Oft wird erst in der zweiten oder dritten Generation sichtbar, dass man kein artenreines Tier erhalten und zur Zucht eingesetzt hat. Leider ist es dann aber zu spät und vielleicht hat man guten Glaubens auch schon wieder Tiere an andere Züchter abgegeben.

Es gibt leider nur noch einige, sehr wenige, artenreine Zuchten von Goldfasanen.

In Sonderzuchtgemeinschaften sind aber inzwischen mit Unterstützung von WWF, WPA, Aviornis, VZI und anderen Organisationen Bestrebungen im Gange, zumindest Goldfasanen nur noch reinerbig nach zu züchten.

Die Reinerbigkeit wird im Vorfeld durch eine DNA Analyse festgestellt, die Nachzuchten in Computerlisten aufgezeichnet und nur an veranwortungsbewußte Tierfreunde, die sich zur Führung eines Zuchtbuches und zur Reinerhaltung der Art bei der Weiterzucht bekennen, abgegeben.

Bei den Lady Amherst Fasanen ist der Sachverhalt aber komplizierter als bei den Goldfasanen. Trotz vieler DNA Analysen hat man leider bisher, selbst wenn das äußere Erscheinungsbild nach der Beschreibung absolut korrekt war, noch keine einzige Amherst-Zucht ohne Blutanteile von Goldfasanen finden können. Hier ist die Einfuhr und kontrollierte Weiterzüchtung artenreiner Tiere von Zoos oder Tiergärten aus östlichen Ländern zwingend erforderlich.

Die Hähne beider Spezies sind auf Grund ihrer sehr unterschiedlichen Färbung selbst vom Laien leicht zu unterscheiden. Problematisch wird es aber schon bei Kreuzungstieren. Dunkles Gesichtsgefieder, silbriger Kragen und graugrüne Lauffarbe lassen beim Goldfasanenhahn die Einkreuzung von Amherstfasanen erkennen. Da bei Amhersthähnen Reinerbigkeit leider nicht voraus gesetzt werden kann, sollte zumindest auf ein optisch weitgehends der Artbeschreibung entsprechendes äußeres Erscheinungsbild geachtet werden. Von Tieren mit zu offensichtlichen Farbabweichungen sollte nicht gezüchtet werden, so gern man sie hat und so schön sie auch anzuschauen sein mögen. Wer ein männliches und ein weibliches Tier hat, besitzt damit noch lange kein Zuchtpaar! Optimal zu züchten setzt auch immer ein fundiertes Fachwissen voraus. Im Zweifelsfalle sollte man sich grundsätzlich immer von erfahrenen Zuchtfreunden beraten lassen.

 

Nachstehend einige Merkmale, um die (weitgehends) reinblütige Amhersthenne sicher von der Goldfasanenhenne oder von Kreuzungsformen zu unterscheiden:

Die schwarze Querbindenzeichnung des gesamten Gefieders ist wesentlich breiter und gröber, mit grünlichem Glanz.

Scheitel, Kopfseiten, Hals, Mantel, Unterkehle und Oberbrust sind verwaschen stark rötlich kastanienbraun.

Oberkehle und Unterbauch sehr hell, manchmal auch rein weiß.

Zügel, Wangen und Ohrdecken silbrig grau mit einer schwarzen Fleckenmusterung.

Rückengefieder mit starker Wellenzeichnung versehen.

Die Schwanzfederenden sind abgerundet, nicht wie beim Goldfasan spitz auslaufend. Viel stärker mit unregelmäßig verlaufenden, breiten schwarzen, isabellfarbenen und hellgrauen Querbinden versehen. Die letzten beiden zusätzlich noch mit schwarzer Wellenzeichnung.

Iris braun, bei älteren Hennen zuweilen grau oder gelblich. Schnabel und Füße sind blaugrau und die nackte Haut der Augenumgebung ist schiefergrau.

 

Die Goldfasanenhenne ist insgesamt mehr nussbraun gefärbt. Das gesamte Gefieder mit einer schwarzen Fleckung versehen, die wie fast wie eine wellenförmige Querbänderung aussieht. Kehle, Brust und gesamte Unterseite mehr gelbbraun, ebenfalls mit einer feinen wellenförmigen Bänderung aber auch ohne diese.

Die Iris ist braun, bei alten Hennen zuweilen auch gelblich, der Augenrand ist fleischfarben und die Befiederung geht im Gegensatz zur Amhersthenne bis direkt ans Auge. Die Lauffarbe muss goldgelb sein.

Der glückliche Besitzer eines artenreinen Paares sollte selbstverständlich auch Nachzucht anstreben, selbst wenn der Marktwert der beiden Arten nicht so sonderlich hoch ist. Erstens leistet er damit einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung der Art. Zum Zweiten wird er aber auch viel Freude an seinen schönen Tieren und bei der Aufzucht der Jungen haben. Wenn die Räumlichkeiten und das Umfeld stimmen kommen die Hennen beider Arten leicht in Brutstimmung und ziehen auch zuverlässig ihre Jungen auf. Eine Voliere von 3 x 5m, mit einem von oben und drei Seiten geschützten Unterstand reicht für ein Paar schon aus, größer ist natürlich besser. Es kann immer nur ein Paar zusammen gehalten werden. Ein Hahn mit mehreren Hennen geht aber auch, wenn genügend Platz vorhanden ist. Aber nur solange keine Nachzucht da ist. Auf Grund des Territoriumsanspruches bekriegen sich führende Hennen. Dabei gehen dann die Jungtiere zu Grunde und auch die Mütter kommen nur selten ohne größeren Schaden davon. In Einzelfällen muss bei beiden Arten auch der Hahn weggesperrt werden, da er der führenden Henne gegenüber nicht zimperlich ist und auch den Küken nicht gerade väterliche Gefühle zeigt und recht rabiat und rau sein kann.

In einer zusagenden, bewachsenen Voliere, wird unter einem Busch, einem Strauch oder auch hinter einem im Eck angelehnten Stroh- oder Heuballen eine flache Mulde gescharrt. In dieses mit Gras- oder Strohhalmen ausgepolsterte Nest legt die Henne nun 9 bis 15 weiße Eier. Nach einer Brutzeit von 23 Tagen schlüpfen die Küken, im Idealfalle soviel wie Eier gelegt wurden. Als Nestflüchter verlassen diese sofort nach dem Abtrocknen mit der Mutter das Nest. In der Regel sind alle Kragenfasanen Mütter sehr fürsorglich. Sie führen die Kinder zum Wasser und Futter, überwachen aufmerksam die Umgebung und auch den Himmel und warnen bei Gefahr sofort. Sie sind ständig bereit die Kleinen eventuell gegen Feinde, auch den Pfleger, mit größtem Einsatz zu verteidigen. In der Natur gehört auch dazu, dass die Kleinen sich wegducken und die Mutter einen „Angreifer“ durch krank oder verletzt stellen „verleitet“, das heißt die Aufmerksamkeit auf sich zieht und so von den Kleinen weglockt. Wenn der Sicherheitsabstand groß genug ist fliegt sie auf und davon. Zu Fuß kehrt sie zu ihren Kindern zurück und holt sie durch Lockrufe wieder zusammen. Ähnliches Verhalten lässt sich durchaus auch in der Gefangenschaft immer wieder beobachten. Im Alter von 3 Monaten sind die Jungvögel selbständig. Hähne mit 2 Jahren zuchtreif.

Als Futter reicht man Fasanenaufzuchtsfutter, oder Kükenstarter aus dem Fachhandel. Das ist wichtig wegen des hohen Anteils an tierischem Eiweiß in diesen Futtermitteln. In Freiheit ernähren sich die Kleinen in den ersten Lebenswochen hauptsächlich von Insekten, Kerbtieren und Würmern. Ab der zweiten Woche werden auch schon Kleinsämereien und Hirse genommen. Ausgewachsene Tiere bekommen käufliches, pelletiertes Fertigfutter und täglich eine Ration ca. 20% herkömmliches Körnerfutter. Dazu Grit, Grünzeug und frisches Wasser sowie regelmäßige Reinigung, dann kann nicht viel schief gehen. Mit Leckereien kann der Pfleger diese Fasanen dazu bringen ihm wie ein Hund zu folgen und das Futter aus der Hand anzunehmen.

Die ursprünglich im asiatischen Hochland beheimateten Kragenfasanen haben sich bei und bestens akklimatisiert und eingelebt. Die Haltung bereitet auch dem Neuling keine größeren Probleme. Innerorts ist Freilauf wenig angebracht wegen der Bebauung und deshalb fehlenden Orientierungsmöglichkeiten. In wenig verbauter Ortsrandlage, auf Bauernhöfen oder in Parks ist selbst die Freilaufhaltung ohne Probleme möglich, da die Tiere standorttreu sind, auf Bäumen übernachten und immer wieder an ihre Futterstelle zurück kehren. Allerdings sind bei ungeschützter Haltung stets Verluste durch Greife, Fuchs, Marder, Waschbär, sowie streunende Hunde und Katzen zu befürchten.

Text: Theo Tappe, veröffentlicht im Mitteilungsblatt Ilvesheim im Februar 2008

 

 

Vogel des Jahres 2008: der Kuckuck

Ein klassischer Brutschmarotzer ist wohl der Kuckuck, der bei uns in Ilvesheim am Neckar im zeitigen Frühjahr zu hören ist. Jedermann weiß, dass dieser Vogel seine Eier in fremde Nester schmuggelt. Wer glaubt, dass er sich das Geschäft der Fortpflanzung dadurch besonders einfach macht ist im Irrtum. Eine ganze Reihe von Anpassungen sind erforderlich, wenn ein solches Unterfangen von Erfolg gekrönt sein soll.

Manchen Vogelarten kann man Holzwürfel, bunte Kugeln, oder sogar Flaschen ins Nest legen – beharrlich versuchen sie das Gebilde auszubrüten. Singvögel sind aber in dieser Beziehung sehr empfindlich. Ein zu großes oder in der Färbung vom eigenen Gelege abweichendes Ei wird als Fremdkörper erkannt und aus dem Nest geworfen. Zumindest bei dieser Vogelgruppe hat es demnach ein Brutschmarotzer nicht einfach, und ausschließlich in Singvogelnester legt unser Kuckuck seine Eier.

 

Vögel legen ihre Eier meistens früh am Morgen. Zu dieser Tageszeit herrscht am Nest auch die größte Emsigkeit. Das Kuckuckweibchen legt daher möglichst am frühen Nachmittag, in der ruhigen Zeit. Geduldig wartet es in der Umgebung, bis kein Besitzer am Nest ist und erledigt im Handumdrehen sein Geschäft. Innerhalb weniger Sekunden legt es das Ei ins Nest, nimmt ein anderes in den Schnabel und verschwindet damit.

Das Kuckucksei sieht dem Gelege der Wirtsvögel erstaunlich ähnlich. Sogar die Färbung und das Zeichnungsmuster gleichen dem übrigen Gelege, egal ob nun die Wirtsvögel Rotkehlchen, Stieglitze, Bachstelzen oder andere Singvögel sind. Von den hundertdreißig mitteleuropäischen Singvogelarten sind schon rund neunzig von Kuckucken heimgesucht worden. Jedes Kuckuckweibchen ist dabei auf nur wenige Arten spezialisiert und hat einen bevorzugten Hauswirt. Auf diesen wird es bereits in frühester Jugend geprägt, denn seine Zieheltern sind später auch seine Hauptwirte. Die der jeweiligen Vogelart angepasste Eifärbung wird also vererbt. Das Kuckuckweibchen schmuggelt pro Saison wahrscheinlich um die zwanzig Eier in fremde Nester. Von den 140 Kuckucksarten kümmern sich achtzig selbst um ihren Nachwuchs.

Ein frisch geschlüpfter Kuckuck in einem fremden Nest wird nach 10 Stunden munter, denn alles was er im Nest vorfindet, schiebt er mit seinem Rücken aus dem Nest. Die „mörderische“ Aktion ist wichtig. Der kleine Kuckuck ist eine „Fressmaschine“ die in drei Wochen das Fünfzigfache des Geburtsgewichtes erreicht – und dementsprechend eine ungeheure Menge an Nahrung braucht.

 

Außer einigen Kuckucken gibt es noch mindestens zwei Dutzend Vogelarten, die zu den Brutparasiten gehören. Auch unter den Insekten gibt es eine ganze Menge „Kuckucke“, wie Bienen, Wespen, Ameisen und andere.

Text: Josef Knopf, veröffentlicht im Mitteilungsblatt Ilvesheim im Januar 2008

 

 

Sommer bei den Kaninchen, oder: Können Kaninchen schwitzen?

Diese Frage möchte ich hier zu Beginn der warmen Jahreszeit einmal beantworten.

Der fast nicht da gewesene Winter ist vorüber. Nun hat sich der Frühling dieses Jahr mächtig ins Zeug gelegt und bereits einige Sommertage gebracht. Hat dabei auch jemand an die Haustiere gedacht? Wie vertragen das eigentlich unsere Kaninchen? Wie regulieren Kaninchen Ihre Körpertemperatur?

Nun, schwitzen können unsere Kaninchen nicht. Ihre Temperatur gleichen sie über Ihre Körperoberfläche, hauptsächlich über die wenig behaarten Ohren ab, diese werden stärker durchblutet und geben so Körperwärme an die Luft ab und sie können auch hecheln, dabei verdampft Speichel über die Zunge und kühlt so den Körper. Langhaarigen Kaninchen kann man auch durch eine Fellschur helfen, denn die Haare speichern Wärme. In der freien Natur wird man kaum ein Kaninchen in der Mittagshitze entdecken. Sie sind in Ihrem kühlen unterirdischen Bau, dort herrschen angenehme Temperaturen. Die Futteraufnahme wird in den frühen Morgenstunden oder spät am Abend erfolgen. So sollte es auch bei unseren Hauskaninchen sein. Aber unsere Hauskaninchen haben in der Regel keinen unterirdischen Bau. Ihr Käfig steht irgendwo in der Wohnstube, auf dem Balkon oder im Garten. Einen kühlen Platz haben die wenigsten. Ein Schattenplatz als Standort für das Zuhause des Kaninchen sollte aber Grundvoraussetzung sein. An eine ausreichende Luftzirkulation ist zu denken, Zugluft hingegen ist unbedingt zu vermeiden. Dabei ist Kühlung für die Tiere wichtig und Maßnahmen für den Halter, welcher in der Verantwortung steht, recht einfach.

Um die Haltungsbedingungen Ihrer Lieblinge annähernd optimal zu gestalten, soll an heißen Tagen morgens und abends etwas Frischfutter gereicht werden. Dazu gibt es pelletiertes Futter. Die Menge an Frischfutter, hier meine ich Gräser, Salat, Gurke, Apfel, Paprika, Karotte, um nur einige zu nennen, sollte aber angemessen sein. Zuviel schadet der Verdauung. Auch bei der Fütterung von Grünfutter muss dem Kaninchen IMMER frisches kühles Trinkwasser zur Verfügung stehen. Ein Ammenmärchen ist es, dass Tiere die Grünfutter bekommen kein Wasser zusätzlich benötigen. Das ist falsch. Wasser ist Leben.

Sicherlich haben sie schon bemerkt, dass das Tier sich lang und flach auf den Boden legt, das kühlt. Eine kühle Stelle im Stall einzurichten ist eigentlich recht einfach. Man legt in eine Ecke des Käfigs einfach eine der Größe des Tieres angepasste, nicht scharfkantige Fliese, auf diese wird sich das Kaninchen gerne legen. Im Aussengehege kann eine Kiste mit leicht feuchtem Sand für Kühlung sorgen. Hat das Tier auf Teppichboden Ausgang, so kann man unter einen umgedrehten, mit einem Handtuch bedeckten Blumenuntersetzer einen Kühlaccu legen. Bei gefliesten Böden ist das Thema Kühlung schon fast erledigt. Häufiges feuchtes Wischen der Fliesen verbessert auch das Raumklima. Ihr Kaninchen wird es Ihnen danken.

Text: Steffen Haas, veröffentlicht im Mitteilungsblatt Ilvesheim am 26.04.2007

 

 

Die Elfenbeinmöwe, Pagophila eburnea

Nach dpa-Meldung hält sich seit dem Herbst des Jahres 2006 eine Elfenbeinmöwe auf der dänischen Insel Lolland, nördlich der deutschen Insel Fehmarn, auf. Nach Jens Ryge ist diese extrem selten in Mitteleuropa auftauchende Möwenart seit 1983 nun zum fünften Mal in Dänemark zu sehen. Hunderte von entzückten Vogelfreunden pilgern auf die Insel um diesen seltenen Gast zu bewundern. In Deutschland wurde zuletzt 1997 ein Tier am Strand von St. Peter-Ording gesehen. Die Elfenbeinmöwe  ist etwas über 40 cm groß, lebt und brütet in der Arktis und bewochnt wohl den extremsten Lebensraum. Die reinweiße Gefiederfarbe, sowohl auch die weiter als bei anderen Möwen herabreichende Unterschenkelbefiederung sin sicherlich als Anpassung an Ihr Leben in der Polarwelt entstanden. Auch das geringe Gelege mit nur 2 weißen Eiern und die weiße Farbe der frischgeschlüpften Küken sind sicher als Folge der Anpassung zu sehen. Im Nahrungserwerb hat Sie sich bestens an die vorgegebenen Verhältnisse angepasst. Die Elfenbeinmöwe ist Tischgenosse der Eisbären, der Robben und des Polarfuchses, deren Beutereste sie verzehrt. Aber auch die Nachgeburten der Vorgenannten werden nicht verschmäht. Sie gilt als sehr angriffslustig. Ihr größter Feind ist der Polarfuchs. Der nächstliegende Brutplatz ist im Norden des nordöstlichen Spitzbergen. Mit nur etwa 14 000 Brutpaaren hat sie nicht die Zunahmen uns Ausbreitung wie andere Möwenarten zu verzeichnen und zählt daher zu den gefährdeten Tierarten.

Text: Theo Tappe, veröffentlicht im Mitteilungsblatt Ilvesheim am 22.02.2007