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Mit zu den farbenprächtigsten und auch wohl bekanntesten
Fasanenarten zählen der Gold- und der Diamantfasan, - auch Lady Amherstfasan
genannt. In den Volieren vieler Tierfreunde finden wir prächtige Exemplare dieser
einzigen beiden Arten von Kragenfasanen. So schön sie auch anzuschauen sind, ist es
leider meistens mit der Artenreinheit nicht weit her. Aus Unkenntnis und teils auch
aus Mangel an Hennen wurden in der Vergangenheit häufig Gold- oder Amherstfasanen
Hennen jeweils mit Partnern der anderen Art zusammen gebracht. Dabei ergaben sich
bei den Hähnen der Nachkommenschaft tolle Farbkombinationen. Diese führten dann zu
Lasten der Artenreinheit zu immer weiteren Verkreuzungen. Selbst Kenner konnten die
Hennen aus Kreuzungen nicht mehr eindeutig von artenreinen unterscheiden. Oft wird
erst in der zweiten oder dritten Generation sichtbar, dass man kein artenreines
Tier erhalten und zur Zucht eingesetzt hat. Leider ist es dann aber zu spät und
vielleicht hat man guten Glaubens auch schon wieder Tiere an andere Züchter
abgegeben.
Es gibt leider nur noch einige, sehr wenige, artenreine
Zuchten von Goldfasanen.
In Sonderzuchtgemeinschaften sind aber inzwischen mit
Unterstützung von WWF, WPA, Aviornis, VZI und anderen Organisationen Bestrebungen
im Gange, zumindest Goldfasanen nur noch reinerbig nach zu züchten.
Die Reinerbigkeit wird im Vorfeld durch eine DNA Analyse
festgestellt, die Nachzuchten in Computerlisten aufgezeichnet und nur an
veranwortungsbewußte Tierfreunde, die sich zur Führung eines Zuchtbuches und zur
Reinerhaltung der Art bei der Weiterzucht bekennen, abgegeben.
Bei den Lady Amherst Fasanen ist der Sachverhalt aber
komplizierter als bei den Goldfasanen. Trotz vieler DNA Analysen hat man leider
bisher, selbst wenn das äußere Erscheinungsbild nach der Beschreibung absolut
korrekt war, noch keine einzige Amherst-Zucht ohne Blutanteile von Goldfasanen
finden können. Hier ist die Einfuhr und kontrollierte Weiterzüchtung artenreiner
Tiere von Zoos oder Tiergärten aus östlichen Ländern zwingend
erforderlich.
Die Hähne beider Spezies sind auf Grund ihrer sehr
unterschiedlichen Färbung selbst vom Laien leicht zu unterscheiden. Problematisch
wird es aber schon bei Kreuzungstieren. Dunkles Gesichtsgefieder, silbriger Kragen
und graugrüne Lauffarbe lassen beim Goldfasanenhahn die Einkreuzung von
Amherstfasanen erkennen. Da bei Amhersthähnen Reinerbigkeit leider nicht voraus
gesetzt werden kann, sollte zumindest auf ein optisch weitgehends der
Artbeschreibung entsprechendes äußeres Erscheinungsbild geachtet werden. Von Tieren
mit zu offensichtlichen Farbabweichungen sollte nicht gezüchtet werden, so gern man
sie hat und so schön sie auch anzuschauen sein mögen. Wer ein männliches und ein
weibliches Tier hat, besitzt damit noch lange kein Zuchtpaar! Optimal zu
züchten setzt auch immer ein fundiertes Fachwissen voraus. Im Zweifelsfalle sollte
man sich grundsätzlich immer von erfahrenen Zuchtfreunden beraten
lassen.
Nachstehend einige Merkmale, um die (weitgehends) reinblütige
Amhersthenne sicher von der Goldfasanenhenne oder von Kreuzungsformen zu
unterscheiden:
Die schwarze Querbindenzeichnung des gesamten Gefieders ist
wesentlich breiter und gröber, mit grünlichem Glanz.
Scheitel, Kopfseiten, Hals, Mantel, Unterkehle und Oberbrust
sind verwaschen stark rötlich kastanienbraun.
Oberkehle und Unterbauch sehr hell, manchmal auch rein
weiß.
Zügel, Wangen und Ohrdecken silbrig grau mit einer schwarzen
Fleckenmusterung.
Rückengefieder mit starker Wellenzeichnung
versehen.
Die Schwanzfederenden sind abgerundet, nicht wie beim
Goldfasan spitz auslaufend. Viel stärker mit unregelmäßig verlaufenden, breiten
schwarzen, isabellfarbenen und hellgrauen Querbinden versehen. Die letzten beiden
zusätzlich noch mit schwarzer Wellenzeichnung.
Iris braun, bei älteren Hennen zuweilen grau oder gelblich.
Schnabel und Füße sind blaugrau und die nackte Haut der Augenumgebung ist
schiefergrau.
Die Goldfasanenhenne ist insgesamt mehr nussbraun gefärbt.
Das gesamte Gefieder mit einer schwarzen Fleckung versehen, die wie fast wie eine
wellenförmige Querbänderung aussieht. Kehle, Brust und gesamte Unterseite mehr
gelbbraun, ebenfalls mit einer feinen wellenförmigen Bänderung aber auch ohne
diese.
Die Iris ist braun, bei alten Hennen zuweilen auch gelblich,
der Augenrand ist fleischfarben und die Befiederung geht im Gegensatz zur
Amhersthenne bis direkt ans Auge. Die Lauffarbe muss goldgelb sein.
Der glückliche Besitzer eines artenreinen Paares sollte
selbstverständlich auch Nachzucht anstreben, selbst wenn der Marktwert der beiden
Arten nicht so sonderlich hoch ist. Erstens leistet er damit einen wichtigen
Beitrag zur Erhaltung der Art. Zum Zweiten wird er aber auch viel Freude an seinen
schönen Tieren und bei der Aufzucht der Jungen haben. Wenn die Räumlichkeiten und
das Umfeld stimmen kommen die Hennen beider Arten leicht in Brutstimmung und ziehen
auch zuverlässig ihre Jungen auf. Eine Voliere von 3 x 5m, mit einem von oben und
drei Seiten geschützten Unterstand reicht für ein Paar schon aus, größer ist
natürlich besser. Es kann immer nur ein Paar zusammen gehalten werden. Ein Hahn mit
mehreren Hennen geht aber auch, wenn genügend Platz vorhanden ist. Aber nur solange
keine Nachzucht da ist. Auf Grund des Territoriumsanspruches bekriegen sich
führende Hennen. Dabei gehen dann die Jungtiere zu Grunde und auch die Mütter
kommen nur selten ohne größeren Schaden davon. In Einzelfällen muss bei beiden
Arten auch der Hahn weggesperrt werden, da er der führenden Henne gegenüber nicht
zimperlich ist und auch den Küken nicht gerade väterliche Gefühle zeigt und recht
rabiat und rau sein kann.
In einer zusagenden, bewachsenen Voliere, wird unter einem
Busch, einem Strauch oder auch hinter einem im Eck angelehnten Stroh- oder
Heuballen eine flache Mulde gescharrt. In dieses mit Gras- oder Strohhalmen
ausgepolsterte Nest legt die Henne nun 9 bis 15 weiße Eier. Nach einer Brutzeit von
23 Tagen schlüpfen die Küken, im Idealfalle soviel wie Eier gelegt wurden. Als
Nestflüchter verlassen diese sofort nach dem Abtrocknen mit der Mutter das Nest. In
der Regel sind alle Kragenfasanen Mütter sehr fürsorglich. Sie führen die Kinder
zum Wasser und Futter, überwachen aufmerksam die Umgebung und auch den Himmel und
warnen bei Gefahr sofort. Sie sind ständig bereit die Kleinen eventuell gegen
Feinde, auch den Pfleger, mit größtem Einsatz zu verteidigen. In der Natur gehört
auch dazu, dass die Kleinen sich wegducken und die Mutter einen „Angreifer“ durch
krank oder verletzt stellen „verleitet“, das heißt die Aufmerksamkeit auf sich
zieht und so von den Kleinen weglockt. Wenn der Sicherheitsabstand groß genug ist
fliegt sie auf und davon. Zu Fuß kehrt sie zu ihren Kindern zurück und holt sie
durch Lockrufe wieder zusammen. Ähnliches Verhalten lässt sich durchaus auch in der
Gefangenschaft immer wieder beobachten. Im Alter von 3 Monaten sind die Jungvögel
selbständig. Hähne mit 2 Jahren zuchtreif.
Als Futter reicht man Fasanenaufzuchtsfutter, oder
Kükenstarter aus dem Fachhandel. Das ist wichtig wegen des hohen Anteils an
tierischem Eiweiß in diesen Futtermitteln. In Freiheit ernähren sich die Kleinen in
den ersten Lebenswochen hauptsächlich von Insekten, Kerbtieren und Würmern. Ab der
zweiten Woche werden auch schon Kleinsämereien und Hirse genommen. Ausgewachsene
Tiere bekommen käufliches, pelletiertes Fertigfutter und täglich eine Ration ca.
20% herkömmliches Körnerfutter. Dazu Grit, Grünzeug und frisches Wasser sowie
regelmäßige Reinigung, dann kann nicht viel schief gehen. Mit Leckereien kann der
Pfleger diese Fasanen dazu bringen ihm wie ein Hund zu folgen und das Futter aus
der Hand anzunehmen.
Die ursprünglich im asiatischen Hochland beheimateten
Kragenfasanen haben sich bei und bestens akklimatisiert und eingelebt. Die Haltung
bereitet auch dem Neuling keine größeren Probleme. Innerorts ist Freilauf wenig
angebracht wegen der Bebauung und deshalb fehlenden Orientierungsmöglichkeiten. In
wenig verbauter Ortsrandlage, auf Bauernhöfen oder in Parks ist selbst die
Freilaufhaltung ohne Probleme möglich, da die Tiere standorttreu sind, auf Bäumen
übernachten und immer wieder an ihre Futterstelle zurück kehren. Allerdings sind
bei ungeschützter Haltung stets Verluste durch Greife, Fuchs, Marder, Waschbär,
sowie streunende Hunde und Katzen zu befürchten.
Text: Theo Tappe,
veröffentlicht im Mitteilungsblatt Ilvesheim im Februar 2008
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